Technik
Museum Speyer - Welte-Philharmonieorgel
Eines der aufwendigsten mechanischen
Musikinstrumente, das jemals gebaut wurde, ist die Welte Philharmonie Orgel.
Nur sechs dieser Orgeln wurden gefertigt. Das Museumsstück stammt von 1916
und ist das grösste von allen. Es wurde damals als ein „wahrhaft ideales
Hausinstrument für besitzende Kreise“ beworben. Der Preis lag bei ca. $
22.000, was dem Gegenwert von etwa 45 Ford T-Modell Automobilen entsprach.
Erworben wurde sie seinerzeit von Eugene Meyer Jr., dem Begründer der
Washington Post, für seine Sommerresidenz.
Bei der Ankunft in Speyer im Jahr 1993 befand sich das einmalige Instrument
mit 2500 Pfeifen, das sowohl manuell als auch automatisch über eine
Papierrollen-Steuerung gespielt werden kann, in einem erbarmungswürdigen
Zustand. Zahlreiche wichtige Teile fehlten, die Windkanäle waren undicht,
viele Metallteile wiesen Korrosionen auf und die Verkabelung war weitgehend
unbrauchbar geworden. Nach dem Abschluss der Restaurierung im Jahr 2002, die
Gotthard Arnold und sein Team von der Fachstätte Historischer Musikautomaten
durchführte, wurde die Welte Philharmonie auf einer 12 x 16 Meter grossen
Plattform mit Beleuchtung in der Liller Halle aufgestellt.
- Drei Manuale C - c5, ein Pedal C - g1; bei 36
Registern entspricht dies 2592 Pfeifen.
- Winddrucksystem: Spielwind 170 mm/WS.
Trakturwind 239 mm/WS. Saugwind 425 mm/WS.
- Schlagwerk (über Piston einschaltbar) mit
kleiner und grosser Pauke, Becken, Wirbeltrommel, Triangel und Effekten.
- Die Orgel kann sowohl automatisch mittels
einer Papierrollen-Steuerung als auch manuell gespielt werden.
- Interner Rollenautomat sowie externer
Rollenwechsler (10-fach Paternoster, zum internen Rollenautomaten parallel
geschaltet).
- Über 600 Rollen mit unterschiedlichen
Musikstücken vorhanden.

Quelle: Stefan Sefrin -